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Theater Ansbach

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Seit ihrem Studium der Angewandten Theaterwissenschaften ist Susanne Schulz viel in Deutschland herumgekommen. Sie organisierte und konzipierte verschiedene Theaterfestivals in Menden und Gießen und war in den Theatern Neustrelitz und Dessau als Chefdramaturgin tätig. 2009 wechselte sie als Intendantin ans Theater Naumburg und seit 2015 leitet sie das Theater Ansbach.

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Redewendungen sind fester Bestandteil der deutschen Sprache, doch meistens verwenden wir sie, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, warum wir etwas auf eine bestimmte Weise ausdrücken. Viele Redewendungen waren ursprünglich berufsspezifische Begriffe und wurden erst mit der Zeit in die gewöhnliche Sprache übernommen – auch aus dem Theaterwesen.

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Seit 2015 singt, tanzt, lacht, weint und schreit Sophie Weikert auf der Ansbacher Theaterbühne. Im Interview berichtet die 35-Jährige vom Freud und Leid der Schauspielkunst und erklärt, was ihre aktuelle Spielstätte so besonders macht.

Bist du wirklich Sophie Weikert oder spielst du gerade nur eine Rolle?
(lacht) Mein Name ist Sophie Weikert, ich bin 35 Jahre, Schauspielerin und werde vertreten von der Agentur Pegasus. So stelle ich mich immer bei einem Casting vor und tatsächlich frage ich mich manchmal: "Wer bin ich eigentlich?" Oft denke ich mir, ich sei nur ein Produkt namens Sophie Weikert, doch natürlich bin ich das auch im privaten Leben.

Wie bist du Schauspielerin geworden?
Ich habe seit meinem ersten Auftritt im Alter von zehn Jahren immer Theater gespielt. Das hat einen wichtigen Platz in meinem Leben eingenommen. Mit Menschen in einer Gruppe zu arbeiten, zu spielen und meine Fantasie einbringen zu können, das war total wichtig für mich. Nach dem Abitur habe ich zunächst Medizin studiert, doch während des dritten Semesters bewarb ich mich für ein Schauspielstudium an der Universität der Künste in Berlin und wurde nach der Aufnahmeprüfung angenommen.

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Wie lief dein Studium an der Schauspielschule ab?
Los ging es im ersten Semester mit Tai-Chi. Der Körper ist das Instrument des Schauspielers und dieser muss gut funktionieren. Beim Tai-Chi arbeitet man an Durchlässigkeit, damit man nicht blockiert ist. Denn sonst können die Emotionen nicht fließen, der Körper bewegt sich eintönig und man ist nicht wandelbar. Wir hatten aber auch Kurse wie Akrobatik, höfische Tänze, Improvisationstanz, Fechten und Sprechunterricht. Außerdem gab es noch szenischen Unterricht, in dem wir einzelne Szenen oder ganze Stücke spielen.

Wie hat es dich nach Ansbach verschlagen?
2014 habe ich entschieden, dass die Zeit gekommen ist, meine Heimatstadt Berlin zu verlassen. Ich wollte unbedingt im Theater und in einem festen Ensemble spielen. Daraufhin habe ich neue Vorsprechrollen geprobt, mich beworben und bin in Ansbach gelandet.

Wie würdest du das Theater Ansbach beschreiben?
Es ist ein kleines Theater mit großem Anspruch und es wird dem Anspruch gerecht. Es hat zwar keine so große Tradition wie die Theater anderer Städte, aber ich habe das Gefühl, dass es immer populärer wird. Durch die Stücke, die die Intendantin auswählt, welche teilweise sehr besonders und exotisch sind, bekommt es langsam auch überregionale Aufmerksamkeit.


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Wie viele Schauspieler seid ihr am Theater Ansbach?
Acht. Fünf Männer, drei Frauen.

Gibt es eine feste Hierarchie bei der Rollenverteilung?
Nein. Es wird sehr darauf geachtet, dass jeder im Laufe der Spielzeit große Heraus- forderungen bekommt. Manchmal ist es schwierig, da spielt man viele Hauptrollen nacheinander und dann über lange Strecken nur kleinere Rollen. Aber wir stehen uns nicht im Weg, weil es immer recht klar ist, wer welche Rollen spielt. Es ist nicht so, wie an anderen Theatern, an denen es für eine Position zwei ähnliche Schauspielertypen gibt.

Wie läuft ein normaler Arbeitstag ab?

Die Probezeiten sind von 10 bis 14 und von 18 bis 22 Uhr. Wenn ich eine Hauptrolle spiele, kann ich davon ausgehen, dass ich zu jeder Probe kommen muss. Bei kleineren Rollen habe ich ein bisschen mehr Zeit. Bei der Produktion von 'Der feurige Liebhaber' - ein Zwei-Personen-Stück, bei dem ich drei verschiedene Rollen gespielt habe - hatte ich besonders viel zu tun. Die Vorbereitung auf eine Rolle findet nicht nur bei den Proben statt und bedeutet nicht nur das reine Textlernen. Ich gehe meine Szenen außerhalb der Proben - also in meiner Freizeit - immer wieder durch, um sie inhaltlich greifen zu können und die Figur zu verinnerlichen.

Bei einem solch vollen Tagesablauf, bleibt da noch Zeit für private Tätigkeiten?
Zum Glück gibt mir der Job sehr viel. Manchmal wäre es aber für mich auch schön zu wissen, dass ich einen freien Abend habe, an dem ich nichts tun muss. Meine Freunde wohnen zum Glück alle nicht hier (lacht). Wenn sie hier leben würden, wüsste ich nicht, wie ich mein Leben organisieren sollte. Das wäre sehr frustrierend (lacht).

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Würdest du trotz dieser Schwierigkeiten, jungen Leuten empfehlen, Schauspieler zu werden?
Wer Schauspieler werden will, soll Schauspieler werden. Ich finde, man sollte immer das machen, was einem Spaß macht und was einen interessiert. Nur dann kann man darin gut sein. Wenn einen etwas nicht interessiert und es einem nichts zurückgibt, dann ist das eine totale Qual.

In welcher Rolle können wir Dich als nächstes sehen?
Wir machen eine Komödie, die heißt "Der Vorname". Da freue ich mich schon sehr drauf. Wir sind fünf Personen, zwei Paare und ein Single, und sie treffen sich bei einem der Paare zum Essen. Ich spiele eine junge Frau, die schwanger ist, aber da darf ich jetzt nicht zu viel verraten. Ist auf jeden Fall sehr witzig. Anfang Juli starten die Vorproben. Dann geht es in die dreiwöchige Sommerpause und danach proben wir nochmal zwei Wochen, bevor das Stück am 2. September seine Premiere feiert.

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Terror im Theater

Es ist Dienstagvormittag und Valentin Bartzsch ist auf dem Weg zur nächsten Aufführung. In Ferdinand von Schirachs "Terror"schlüpft er in die Rolle eines des Mordes angeklagten Piloten. Wie sehen seine Vorbereitungen aus? Mit Schminken allein ist es jedenfalls nicht getan.

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Schweißtreibende Schwertkämpfe

Nach der Vorstellung am Vormittag geht es am frühen Abend weiter zu den Proben für das historische Liebesdrama "Cyrano", bei dem Valentin ganze acht Rollen verkörpert. Heute Abend muss allerdings nicht nur der Text sitzen.

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Valentin Bartzsch gehört seit 2015 zum Ansbacher Theaterensemble. In seinem ersten festen Engagement, nach seiner Schauspiel-ausbildung am Michael Tschechow Studio in Berlin, wirkte der 29-Jährige in seiner neuen Heimat Ansbach bereits in 15 Stücken mit. Darunter waren Klassiker wie „Elisabeth von England“, „Im Westen nichts Neues“ und „Die drei Musketiere“. 




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Die Bühne ist das Herz des Theaters. Hier entsteht durch kunstvolle Kulissen und aufwendige Kostüme für den Zuschauer eine neue Welt. In diesem Kapitel zeigen wir die Arbeit eines Bühnenbildners und einer Schneiderin.

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Theater ist seine große Leidenschaft: Jan Hax Halama ist seit einem Jahr der Mann hinter den Kulissen. Der 42-Jährige ist verantwortlich für den gesamten Prozess:
Vom Modell bis zum fertigen Bühnenbild.

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Vera Goth ist seit fünf Jahren Schneiderin am Theater. Im Posthof Ansbach arbeitet sie ausgestattet mit Nadel und Faden an den Kostümen der Schauspieler. Alltag gibt es für sie nicht, weil jede Produktion neue Herausforderungen mit sich bringt.

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„Die Arbeit am Theater ist auf keinen Fall nur ein Nebenjob für mich. Sie gibt mir auch viel zurück. Ich habe sehr viel vom Theater Ansbach gesehen und spiele sogar selbst an der Hochschule vor Publikum. Aber in einem richtigen Haus wie hier, ist das natürlich noch einmal etwas ganz Anderes.“

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Der in Regensburg aufgewachsene Daniel Baierl arbeitet bereits seit drei Jahren am Theater Ansbach. Dort ist er sowohl für die Kino- als auch für die Kasse im Foyer zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem das Verkaufen und Reservieren von Kino- und Theaterkarten, das Vorführen von Filmen und die Bewirtung der Kinogäste. Zudem fungiert er im Foyer als zentrale Anfragestelle für die Kunden und beantwortet Fragen oder leitet diese entsprechend weiter.

Auch die Freizeit des Ressortjournalismus-Studenten ist durch Theater und Kunst geprägt. So engagiert sich Daniel beispielsweise als Schauspieler für die Theatergruppe der Hochschule Ansbach, spielt Gitarre und Klavier oder schreibt Texte. "Also dieses typische, klischeehafte Künstlerzeug“, wie er es selbst beschreibt. Um einen Ausgleich zu schaffen, geht Daniel - wenn es die Zeit zulässt - zudem noch gerne klettern oder bouldern.

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„Man muss nicht immer die Beste in der ersten Reihe sein. Wenn man die Beste in der zweiten Reihe ist, ist das genauso gut.“


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Die 25-jährige Österreicherin Katherina Purger ist erst seit gut einem Jahr am Ansbacher Theater. Hier ist sie zum einen als Assistentin der Intendantin tätig, für die sie Termine koordiniert und vereinbart, das Büro organisiert und Besprechungen vor- und nachbereitet. Zum anderen ist sie für das künstlerische Betriebsbüro zuständig. Auch hier steht die Terminvergabe und -planung im Vordergrund - allerdings für das ganze Haus. So legt Katherina beispielsweise fest, wann Premieren oder Proben sind, wo diese stattfinden und wer daran teilnimmt. Das ganze unterteilt sie in einen Jahresplan, mehrere Wochenpläne und die kurzfristigen Tagespläne.

Wenn Katherina nicht gerade im Theater arbeitet, besucht sie dieses auch privat gerne und schaut sich Stücke oder Opern an. Zudem liest sie viel oder schaut Serien, also eigentlich alles, was mit Erzählen und Geschichten zu tun hat. Passenderweise hat sie an der Universität in Wien ein Germanistikstudium absolviert und kam durch Praktika und Hospitanzen eher zufällig ans Theater. Dort war sie oft als Regieassistenz tätig und auch jetzt ist sie wieder Assistentin - was für Katherina aber vollkommen ausreichend ist.

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„Spätestens nach drei Jahren, hat man das Gefühl, man kennt das Ensemble, man weiß wie die Stadt tickt und im Grunde könnte es jetzt praktisch ewig so weiterlaufen. Aber das will man nicht, wenn man ans Theater geht. Um sich weiterzuentwickeln, muss man weiterziehen, mehr Menschen kennenlernen, mehr
Dinge sehen - erfahren, was Theater eben noch
so sein kann.“

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Wie viele Angestellten im Theater Ansbach hat auch Paula Linke eine Doppelbesetzung mit vielen verschiedenen Aufgabenbereichen. Nachdem die 27-Jährige zunächst Theater- und Medienwissenschaften im Bachelor und anschließend Theaterpädagogik im Master studiert hat, ist sie nun für ihre erste Spielzeit nach Ansbach gekommen.

Als Regieassistentin muss Paula Linke beispielsweise bei allen Proben anwesend sein, erstellt ein Regiebuch oder kümmert sich um Requisiten und die Musik. 
Als Dramaturgieassistenz hingegen besucht sie die Proben nur ab und an, um einen gewissen „Draufblick“ auf die Produktion zu behalten. Neben der Arbeit am Text erstellt sie zusätzlich  eine Materialmappe oder fertigt Strichfassungen zu den jeweiligen Stücken an.

Beide Berufsbilder passen an sich eher weniger zusammen, doch die 27-Jährige versucht ihr Bestes, um alles unter einen Hut zu bekommen. Ihr Traum ist es allerdings, einmal als Dramaturgin arbeiten zu können. 

Um einen Ausgleich zum vielem Sitzen zu schaffen, geht Paula gerne Rad fahren oder wandern. Zudem besucht die gebürtige Leipzigerin gerne Kinovorführungen, Konzerte oder Kinder- und Jugendtheaterfestivals und liest  in ihrer Freizeit viel.

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„Das Theater ist ein großer Teil meines Lebens. Ich habe das Glück, dass ich das, wofür ich mich interessiere, beruflich machen darf.“

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Michael Schmidt ist seine zweite Spielzeit am Ansbacher Theater. Dort arbeitet er als Theaterpädagoge und Dramaturg. In dieser Doppelbesetzung ist er zum einen dafür zuständig, den Spielplan an die verschiedenen Zielgruppen - in Ansbach zumeist Kinder und Jugendliche - zu vermitteln. Dazu gehört auch, Kundenkontakte zu knüpfen und diese zu pflegen. Auf der anderen Seite gestaltet er Amateurtheater mit Jugendlichen und Erwachsenen. Als Dramaturg sucht er gezielt nach Stoffen und Stücken, die für das Kinder- und Jugendtheater geeignet sind, und bereitet diese zielgruppengerecht auf.

Auch seine Freizeit ist sehr vom Theater geprägt. So überlegt er selbst beim Lesen von privaten Stoffen, ob und wie diese für die Bühne geeignet sind. Zudem begeistert er sich für Sport allgemein und vor allem für Fußball.

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Ein Projekt der Hochschule Ansbach in Kooperation mit der Theater Ansbach - Kultur am Schloss eG
            
      
Leitung Redaktion, Konzeption, Inhalt:

Prof. Dr. Markus Paul

Chefredaktion: Stefanie Engerer, Ronja Vetter

Redaktion:
Rebecca Döllner, Melina Möhnle
(Kapitel Kopf und Herz)

Aaron Tanzmann, Benjamin Hecht
(Kapitel Bühne frei!)

Felix Futschik, Elisabeth Ries, Ronja Straub
(Kapitel Bretter, die die Welt bedeuten)

 Laura Knyszcuk
(Kapitel Abseits des Scheinwerferlichts)


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Als 'Versenkung' bezeichnet man am Theater eine in den Bühnenboden eingearbeitete Öffnung bzw. Plattform, die ein plötzliches Verschwinden oder Auftauchen von Schauspielern und Requisiten ermöglicht. Eine Versenkung wurde von Menschen demnach mit dem Ungewissen verbunden.

Dieses Gefühl hat sich auch auf die heutigen Redewendungen aus der Versenkung auftauchen (oder auch in der Versenkung verschwinden) übertragen. Für gewöhnlich wissen Beteiligte nicht, wo sich die betroffene Person bis zu ihrem Erscheinen verborgen hat bzw. wohin sie verschwunden ist.

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Früher diente Theater häufig dazu, wichtige und einflussreiche Persönlichkeiten, wie etwa Politiker oder andere hohe Staatsmänner, zu kritisieren und sich über sie lustig zu machen. Damit die Schauspieler dafür nicht belangt werden konnten, verbargen sie ihre Gesichter hinter Masken – oder eben hinter einem einfachen Blatt Papier. Schauspieler dagegen, die ihr Gesicht nicht versteckten, d.h. kein Blatt vor den Mund nahmen, sprachen völlig offen und ohne Scheu.

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Ursprünglich stammt diese Redewendung aus dem Weberhandwerk. Später wurde diese aber auch auf Puppenspieler in einem Puppentheater bezogen, die mit Fäden ihre Marionetten bewegen bzw. kontrollieren, während sie selbst für das Publikum unsichtbar sind. Mit der Zeit setzte sich die Formulierung im Sprachgebrauch durch und wird heute synonym für „die Kontrolle haben“ verwendet.

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Der Ursprung dieses Begriffs liegt in dem Werk Kratylos des griechischen Philosophen Platon und wurde später von den Römern ins Lateinische übersetzt.

Der lateinische Begriff (dt. Gott aus der Maschine) bezeichnete im antiken Theater eine spezielle Bühnenmaschine. Sie wurde dazu verwendet, um am Höhepunkt einer Vorführung einen 'Gott' auf die Bühne schweben zu lassen, der die vermeintlich unabwendbare Katastrophe verhinderte.

Heute wird der Begriff als Metapher für einen unerwartet erscheinenden Helden bzw. Retter in einer aussichtslosen Situation verwendet.

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Zwar verwenden wir diese Redewendung noch immer im Zusammenhang mit dem Theater- oder auch Filmwesen, im Alltag nutzen wir sie jedoch auch mit metaphorischer Bedeutung, z.B. wenn wir ausdrücken wollen, dass jemand seine Aufgabe – eben seine Rolle – gut beherrscht.

Aber wieso eigentlich 'Rolle'?

Der Begriff wurde um 1400 aus dem Französischen 'le rôle' (dt. die Rolle) als Lehnwort übernommen, welches wiederum von dem lateinischen Wort 'rotare' (dt. im Kreis herumdrehen) abstammt. Eine 'rota' wiederum beschrieb damals lediglich ein zusammengerolltes Schriftstück.

Zunächst fand der Begriff 'Rolle' in der Kanzleisprache Verwendung (Steuerrolle, Stammrolle, etc.). Ab dem 16. Jahrhundert wurden jedoch auch die Sprechertexte der Schauspieler an den Theatern auf Papier- oder Pergamentrollen geschrieben und bei den Proben davon abgelesen. Mit der Zeit wurde dann nicht nur das Schriftstück an sich, sondern auch ein Charakter, der durch einen Schauspieler verkörpert wird, als 'Rolle' bezeichnet.

Ab dem 18. Jahrhundert fanden schließlich die ursprünglich theaterspezifischen Formulierungen  seine Rolle beherrschen, eine (untergeordnete) Rolle spielen oder die Rollen tauschen ihren Einzug in die alltägliche Sprache.

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