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Los geht's

Beruf Influencer in Deutschland

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Teaser

Sie teilen ihren Alltag, informieren mit ihrem Wissen, motivieren mit ihrem Aussehen, geben Tipps, inszenieren einen Lifestyle und bezirzen ihre Follower. Sind Influencer immer Profis? Wie kooperieren sie mit Unternehmen? Und welche Herausforderungen haben sie?
Tina Rabus und Sofie Flurschütz blicken hinter die Kulissen des Influencer-Businesses.
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Eine Webreportage von Sofie Flurschütz und Tina Rabus.  

Ein herzliches Dankeschön an alle Influencer und Protagonisten, die uns bei unserem Projekt unterstützt haben.

Verantwortlicher im Sinne des §55 Abs. 2 Rundfunkstaatsvertrag:
Tina Rabus
Beyerberger Str. 14
91596 Burk  

Praktischer Teil zur Bachelorarbeit an der Hochschule Ansbach, Studiengang Ressortjournalismus unter Betreuung von Prof. Dr. Martin Müller.

Musikrechte:
„Lights“, „Blue Ballon“, „Run Run“ gemafreie Musik
von www. frametraxx.de
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Das perfekte Szenario

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Das Supercandy Pop-Up Museum Vol. 2 zeigt keine Werke. Vielmehr wird jeder Besucher selbst zum Kunstwerk, indem er sich vor den Kulissen für ein Foto inszeniert. Geschäftsführer Frank Karch klärt auf.
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"Die Idee des Pop-Up Museums stammt aus den USA. Dort gab es 2016 das erste Museum dieser Art, es heißt Museum of Ice Cream. Damals hat man erkannt, dass Museen besser laufen, wenn die Besucher selbst aktiv sein und sich inszenieren können. Mittlerweile gibt es Pop-Up Museen auf der ganzen Welt: auch in Lissabon, Moskau oder eben Köln."
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"Die Motive gibt es sonst nirgendwo anders. Die Intension des Museums ist es, Orte zu schaffen, zu denen Besucher geplant hingehen können, um Fotos zu machen."
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„Das Supercandy Pop-Up Museum Vol. 2 ist die Weiterentwicklung des Fotostudios. Hier kann Kunst entstehen!“

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"Hollywood, Bling Bling, Neonfarben und viel Rosa: Themenräume werden ausgetauscht, wenn sie nicht gut ankommen."
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    "Motive, die sehr beliebt sind, sind etwa der Cadillac oder das Haus des Geldes mit unseren eigens hergestellten Fake-Geldscheinen. Auch das Bällebad ist ein Klassiker."
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    "95 Prozent der Besucher sind weibliche Gäste."
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    "Um den Besuchern verschiedene Sets zu bieten, arbeiten wir mit Messebaufirmen, Grafikern und Künstlern zusammen. Die Sets sind Abbildungen von momentanen Trends."
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    "Das Pop-Up Museum ermöglicht es Besuchern, sich von ihrem Alltag abzukoppeln, mit Freunden Spaß zu haben und das perfekte Bild zu machen."
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    "Was interessiert junge Menschen? Diese Frage treibt mich an. Vorurteilsfrei sollten wir auf neue Trends blicken und unsere Engstirnigkeit gegen Offenheit tauschen."
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    Planen, stellen, legen, drapieren: alles für das ideale Bild. Wie Influencer manchmal mit der Bildbearbeitung ihr Foto optimieren, zeigt das Vorher- und Nachher-Bild von Sophie Klex.
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    Herausforderungen

    Follower sammeln, Selfies posten und den Alltag teilen – das klingt ziemlich einfach. Allerdings ist das Influencer-Leben oft nicht so verlockend und leicht, wie es aussieht. Wir haben verschiedene Influencer gefragt, was für sie die größte Herausforderung des Berufs ist.
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    Sophie: “Meiner Meinung nach ist die größte Herausforderung, einen guten Grad zwischen Creator und Businesswoman zu finden. Oftmals vergisst man durch seine Leidenschaft für das Kreative, dass es ein 'teures Hobby' ist, wenn man keine Kooperationen annimmt, bzw. nicht hart genug handelt.”
    (43.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

    Luisa: “Für mich ist die größte Herausforderung als Content Creator auf Instagram, jeden Tag auf's neue am Ball zu bleiben und aktiv zu sein. Man bekommt schnell das Gefühl, dass man nicht mehr angesagt ist, sobald man an einem Tag nicht genügend postet.
    Viele Menschen wissen nicht, wie viel Arbeit und Bürokratie hinter einem Account steckt."
    (81.800 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

    Daniel: “Für mich ist es eine Challenge, regelmäßig zu posten und ständig neue Looks zu kreieren, die individuell und kreativ sind.”
    (52.800 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

    Maria: “Die wohl größte Herausforderung für mich als Bloggerin ist wohl, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. So geht es wahrscheinlich vielen berufstätigen Eltern. Wenn man viel auf Instragram unterwegs ist, läuft man Gefahr, den Blick für die Realität zu verlieren. dort gibt es einfach zu viele perfekte Bilder. Man muss sich bewusst machen, dass vieles davon nicht real ist. Zu sich selbst zu stehen und sich treu bleiben, ist sehr wichtig, finde ich.”
    (28.100 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

    Katharina: “Ich finde, dass die größte Herausforderung die ist, dass es sehr viele gibt, die etwas ähnliches machen wollen. Der Markt ist einfach erschöpft. Um jetzt noch groß raus zu kommen, muss man aus der Masse herausstechen, was leider auch nicht einfach ist.”
    (11.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

    Jonah: “Ich finde eine der größten Herausforderungen ist es, immer authentisch und man selbst zu bleiben. Zum einen ist es schwierig, wenn es um Produktplatzierungen und Zusammenarbeiten mit anderen Marken geht. Zum anderen ist es oft sehr verlockend Trends zu folgen, die man selber nicht wirklich cool findet, aber bei denen man weiß, dass sie zu einem Kanalwachstum führen würden. Viele Influencer verbiegen sich bei diesen Punkten aus verschiedenen Gründen. Für eine erfolgreiche Influencer Karriere ist es wichtig authentisch zu sein und eine coole und möglichst für viele Personen interessante Geschichte zu erzählen, die sich im Content wiederfindet.”
    (274.000 Abonnenten auf YouTube, Stand 19.04.2020)

    Roxanna: “Die größte Herausforderungen ist es, dass man Freundschaften trotz Social Media aufrecht erhält. Leider kommt oft sehr schnell der Faktor Neid ins Spiel, da jeder alles sehen kann, weshalb sehr viele Freundschaften zerbrechen. An diesem Punkt wird schnell klar, wer nun ein richtiger Freund oder nur ein Scheinfreund war. Viele können es nicht verstehen warum gerade „Du“ erfolgreich bist und dadurch entfremdet man sich sehr stark.”
    (137.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

    Patrick: "Die größte Herausforderung ist, dass sich die meisten Blogger leider viel zu günstig oder oft sogar nur für ein billiges Produkt verkaufen. Dies hat eine Menge negative Auswirkungen für die gesamte Blogger-Szene z.B. zu viel Werbung auf Social Media, allgemeiner Preisverfall oder Marken sind nicht mehr bereit, gerechte reichweitenbasierte Vergütungen zu zahlen. Ich nehme nur Kooperationen an, die ich selbst gut finde und habe, zum Beispiel bei jeder Werbung, ein genaues Konzept, ziehe oftmals noch freie Mitarbeiter wie Fotografen oder Editoren hinzu."
    (769.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)

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    Equipment

    Stativ, Handyhalterung, Kamera und natürlich das Smartphone. Bei einem Influencer kommt schnell jede Menge Equipment für einen Dreh oder ein Fotoshooting zusammen. Doch welche Arbeitsmittel sind für einen Influencer unverzichtbar?
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    Zur Bildbearbeitung und Abwicklung der Korrespondenz verwenden Influencer meist einen Laptop.

    Zum Drehen von längeren Videos ist ein Stativ sehr nützlich. Das gleiche gilt für Fotos, wenn es kein Selfie werden soll und keine zweite Person zur Hand gehen kann.

    Das wichtigste Arbeitswerkzeug eines Influencers und ein absolutes Allroundtalent: das Smartphone. Ob Fotos, Videos oder Text, mit dem Handy produzieren Influencer immer und überall ihren Content.

    Um immer den Überblick zu behalten, planen Influencer, wann und wo sie welchen Content veröffentlichen. Das ist vor allem wichtig für Kooperationen mit Firmen. Alternativ zu einem klassischen Buchkalender kann natürlich auch ein digitaler Planer verwendet werden. Es gibt sogar spezielle Apps, in denen Posts für die nächsten Tage und Wochen vorausgeplant werden können und die die Veröffentlichung zur festgelegten Uhrzeit für den Influencer übernehmen.

    Im Laufe der Zeit sammeln sich sehr viele Videos und Fotos an. Damit diese nicht alle das Smartphone oder den Laptop blockieren, ist eine externe Festplatte von Vorteil.

    Gerade unterwegs und bei intensiver Nutzung des Smartphones wird der Akku stark gefordert. Damit dem Influencer nicht der Strom ausgeht und er weiterhin mit der Community kommunizieren kann, dürfen Akkupacks im Gepäck nicht fehlen.

    Einen schlechten Ton verzeihen die Follower seltener als ein schlechtes Bild. Deshalb sollte die Tonqualität niemals unterschätzt werden. Die Aufnahme gelingt mit einem Handmikrofon, Ansteckmikrofon oder aber auch mit dem Mikro an den Kopfhörern fürs Handy. Welche Art der Influencer wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: z.B. Format, Plattform, Budget, benötigte Flexibilität, etc.

    Um das Smartphone stabil und einfach auf dem Stativ befestigen zu können, ist eine entsprechende Halterung praktisch.

    Mit einem Aufnahmegerät kann der Influencer die Tonspur getrennt aufnehmen.

    Influencer, die ein Aufnahmegerät nutzen, sollten stets an ausreichend Akkus oder Batterien denken.

    Nichts ist ärgerlicher, als wenn das ganze Set aufgebaut ist und dann fehlt die SD-Karte oder der Speicherplatz reicht nicht aus. Deshalb: Immer ausreichend Speicherkarten einpacken.

    Ein XLR-Kabel braucht der Influencer, wenn er ein Aufnahmegerät mit Mikro nutzt oder er das Mikro an der Kamera einstecken möchte. Gegebenenfalls benötigt der Inflluencer zusätzlich einen Adapter, um das XLR-Kabel in der Kamera einstecken zu können.

    Der Selfie-Stab funktioniert wie ein kleines Stativ. Der Stab verlängert den Arm des Influencers. Mit ihm lassen sich Fotos anfertigen, aber auch Videos drehen. Bei Videos hat der Selfie-Stab außerdem die positive Eigenschaft, dass er die Bewegungen, zum Beispiel beim Laufen, ausgleicht und das Bild weniger verwackelt.

    Den Windschutz benötigt der Influencer, wenn er mit einem externen Mikrofon arbeitet.

    Ein Objektiv mit langer Brennweite nutzen vor allem Influencer, die sich auf Natur-, Astro- und/oder Sportfotografie spezialisiert haben.

    Für den Dreh von längeren Videos, zum Beispiel auf YouTube, verwenden Influencer eine System- oder Spiegelreflexkamera. Manche nutzen dafür auch das Smartphone, aber je nach Einsatzgebiet kann das schnell an seine Grenzen kommen.

    Zusätzliche Objektive sind kein Muss, aber erweitern den Spielraum und die Umsetzungsmöglichkeiten.

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    Auswertung

    Welcher Social-Media-Star spielt in der Berichterstattung der FAZ und SZ die größte Rolle? Welche Probleme behandeln die Artikel über Influencer? Und ist Influencer eigentlich ein Beruf wie jeder andere? Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Auflösung.
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    Ob überspitzt in einer Kolumne, kritisch in einem Interview oder neutral in einem Bericht: Es gibt viele Varianten, wie deutsche Medien über Influencer berichten. Wir haben die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung ausgewählt und zeigen, wie Journalisten über die Internet-Stars informieren.
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    Menschen, die behauptet haben, mit dem Internet Geld zu verdienen, hat man vor zwanzig Jahren bewundert, vor fünfzehn Jahren ausgelacht, spätestens seit zehn Jahren nimmt man sie ernst. Und weil neue Zeiten immer auch neue Geschäftsmodelle ermöglichen, gibt es auf Blogs, auf Youtube und seit einiger Zeit vor allem auf Instagram eine Menge Leute, die ihr gutes Aussehen und ihren guten Geschmack zu einer Einkommensquelle machen. Und zwar, indem sie auf ihren persönlichen Nutzer-Accounts Produktwerbung machen.
    Michael Moorstedt, 16.01.2017


    Auch in Deutschland gibt es Influencer, die viel Geld damit verdienen, dass sie anderer Leute Geschmack, Meinung oder Kaufverhalten beeinflussen.
    Jenni Thier, 03.06.2017
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    Entgegen vieler Vorurteile gegen Digitalposerinnen ist Reif kein blondes Dummchen. Im Gegenteil, sie ist ein brünettes Schlauchen. Machte ein 1,0-Abitur – und wurde trotzdem nicht Quantenphysikerin, sondern Influencer. Das ist keine schwere Grippe, sondern ein Beruf, entstanden um 2007. Eigentlich sind Influencer wandelnde Werbeflächen: Personen, die wegen ihrer penetranten Präsenz und ihres hohen Ansehens in den sozialen Netzwerken für Vermarktungszwecke taugen.
    Titus Arnu, 24.03.2017


    Daur ist eine sogenannte Influencerin. So werden Menschen genannt, die auf Youtube, Facebook oder Instagram mehr als 15000 Anhänger haben. Influencer prägen Meinungen und Moden. Und, noch viel wichtiger: Sie beeinflussen Kaufentscheidungen.
    Julia Löhr, 03.09.2017

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    Die Werbung verändert die Inhalte. Waren Blogs in den ersten Jahren vor allem eine Plattform für ehrliche Geständnisse überforderter Mütter, so liest man heute überraschend viele wohlwollende Artikel über elektrische Kinderzahnbürsten. Der Trend zeigt sich auch auf Instagram, dem sozialen Netzwerk, in dem Nutzer schöne Filter über Bilder legen, aber wenig schreiben und nichts verlinken können.
    Barbara Vorsamer, 12.05.2018


    So manche Influencerin wie die Youtuberin Bianca Heinicke ("Bibi") oder die Rundumvermarkterin Kim Kardashian ist nämlich schon selbst zu einer Marke geworden - in einem Ausmaß, wie das frühere Werbeträger wie Schauspieler, Musiker oder Models gar nicht hinbekamen. Denn Instagram-Stars sind Verkäufer, Firmengründer, Markenmanager, Werbegesicht und Kleiderständer in einer Person.
    Alfons Kaiser, 09.02.2018
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    Influencer sind Menschen, die ihr Geld damit verdienen, möglichst viele Anhänger in sozialen Netzwerken zu haben und diesen Einfluss dann mithilfe der Werbeindustrie zu monetarisieren. Bianca Heinicke ist die Königin dieser Branche.
    Angelika Slavik, 28.05.2018



    Wer glaubt, der typische Arbeitstag eines Influencers bestehe darin, ein Bilderbuchleben zu führen und dafür viel Geld zu bekommen, irre sich aber, so die Expertin Löschke. "Eine ernsthafte Karriere auf diesem Feld ist ein Fulltime-Job, und dazu ein harter."
    Constanze Ehrhardt, 06.12.2018


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    Der moderne Mensch reist und speist nicht mehr, ohne das zu dokumentieren. Besonders häufig findet das auf Instagram statt. Die Plattform gibt es seit achteinhalb Jahren, zwei Jahre nach der Gründung hat Facebook sie gekauft. Rund eine Milliarde Nutzer teilen dort jeden Monat Bilder und Videos. Manche professionell als bezahlte Werbepartner oder sogenannte Influencer, andere privat.
    Lea Hampel und Sven Lüüs, 23.02.2019



    Auch wenn die Mädchen erfolgreich sind, bezeichnen sie ihre Tätigkeit oft noch als Hobby. Sie sagen nicht: "Hey, das ist mein Beruf." Dabei sind das ja unglaubliche Geschäftsfrauen. Eine Influencerin, die extrem erfolgreich ist, und mit ihrer Mutter gemeinsam alles selbst managt, erzählte mir, sie wollte auch mal zeigen, dass sie nicht nur bei luxuriösen Shows ist. Sondern dass das auch viel Arbeit ist. Und sie sitzt auf dem Bild vor einem Berg aus Rechnungen.
    Johanna Dürrholz, 01.02.2019
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    Sowohl Start-ups als auch mittelständische Unternehmen und internationale Großkonzerne engagieren Influencer mittlerweile wie selbstverständlich, weil sie über diese bestimmte Zielgruppen erreichen. Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist dabei ihre Glaubwürdigkeit: Vor allem junge Menschen schätzen die Empfehlungen der Influencer und kaufen nicht selten, was diese zuvor beworben haben.
    Vivien Timmler, 07.06.2019


    Dagi Bee, Ivana Santagruz, Miss Gammour oder Nihan. Diese jungen Frauen sind Beauty- Influencer, die ihr Geld damit verdienen, sich wahlweise auf Youtube oder Instagram zu schminken und ihren Fans - wir sprechen von mehreren Hunderttausend bis Millionen - die vielfältige Welt der Schönheit näherzubringen. Das mag leicht aussehen, dahinter steckt aber längst ein knallhartes und hoch professionalisiertes Business.
    Laura Sodano, 24.01.2019
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    Kooperationen

    Maria Ruß ist dreifache Mutter und Influencerin. Sie kooperiert mit Unternehmen und verdient damit Geld. Im Interview spricht sie über ihre Leidenschaft und die Herausforderungen ihrer Arbeit.

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    Recht

    Vollbild
    Frau Weiß, ab wann müssen Influencer ein Gewerbe anmelden?

    Diese Frage beantwortet sich grundsätzlich aus dem Einkommensteuergesetz. Im § 15 Abs. 2 EStG ist geregelt, dass eine Tätigkeit selbstständig sein muss. Das ist meist dann der Fall, wenn eigenverantwortliches Handeln und keine Weisungsgebundenheit vorliegen. Zudem muss die Tätigkeit dauerhaft ausgerichtet sein und der Influencer eine Gewinnerzielungsabsicht haben.
    Er möchte also mit seiner Beschäftigung Geld verdienen.

    Weitere Kriterien sind, dass er am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt, also für Dritte erkennbar Leistungen gegen Entgelt anbietet, und keine Einkünfte anderer Art (z. B. aus freiberuflicher Tätigkeit) gemäß EStG erzielt. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass bereits ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Influencer kostenlos Waren zugeschickt bekommt und diese nach der Produktvorstellung behalten darf, eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt und ein Gewerbe anzumelden ist. Möglicherweise entstehen bereits Einkünfte, die auch versteuert werden müssen.

    Es gilt dann zu prüfen, ob es sich um eine nicht steuerpflichtige Liebhaberei handelt oder ob eine Gewinnerzielungsabsicht dahintersteht. Eine Liebhaberei ist regelmäßig dann gegeben, wenn man mit seiner Tätigkeit immer Verluste erzielt.

    Kostenlose Produkte zählen also als Einkommen. Gibt es eine Einkommensgrenze, für die keine Gewerbeanmeldung nötig ist?

    Liegen die oben genannten Kriterien eines Gewerbebetriebs im Sinne des EStG vor, muss ab dem ersten Euro oder ab dem Zeitpunkt, ab dem man kostenlose Produkte erhält (sog. Geldwerter Vorteil) ein Gewerbe angemeldet werden. Alle weiteren Schritte, sollte der Influencer gemeinsam mit einem Steuerberater ergründen. Meistens ist es schließlich so, dass Influencer dann laufend mit Unternehmen in Kontakt treten und die Tätigkeit dauerhaft ausgelegt ist. Eine Einkommensgrenze, ab wann eine Gewerbeanmeldung nötig ist, gibt es also nicht.

    Wie muss man vorgehen, wenn der Wert der Gegenstände oder von Reisen nicht bekannt ist?

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man bei den Herstellern oder Reiseveranstaltern nachfragen. Von diesen erhält man ggf. eine Bestätigung, auf welcher Höhe sich der geldwerte Vorteil beläuft. Das ist für den Influencer die beste und einfachste Variante. Zweite Möglichkeit wäre der Vergleich von entsprechenden Produktpreisen im Internet zum Beispiel über eine Preis-Vergleichs-Suchmaschine. Wichtig ist, dass es immer die gleichen Parameter des Produkts sein müssen. Hier gilt das günstigste Angebot, also der Marktpreis, der um übliche Preisnachlässe gemindert wurde als geldwerter Vorteil. Auf jeden Fall sollte man die Recherche dokumentieren und für seine Unterlagen als Nachweis für das Finanzamt ausdrucken.

    Wie sieht es bei Micro- oder Nano-Influencern aus, die auf das zu bewerbende Produkt 70 % Rabatt bekommen, den Artikel aber selbst erwerben?

    Ich würde das dann erst mal als Nachlass ansehen. Das ist letztendlich nichts anderes als eine Werbemaßnahme des Unternehmens, das am Wochenende Prospekte herausgibt, um die eigenen Produkte zu verkaufen. Sie bekommen es eben vergünstigt im Angebot. Solange der Influencer aufgrund der Präsentierung des Produktes keine Einnahmen erhält, liegt hier meines Erachtens im ersten Schritt eine nicht steuerpflichtige Liebhaberei vor. Eine Beratung durch einen Steuerberater kann sinnvoll sein.

    Welche steuerlichen Folgen hat die Gewerbeanmeldung?

    Nach der Gewerbeanmeldung auf der Stadt- oder Gemeindeverwaltung, wird das Finanzamt automatisch informiert. Im Anschluss sendet das Finanzamt den sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an den Influencer. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte sich ein Influencer steuerlichen Rat einholen. Hier ist nochmals wichtig zu prüfen, ob alle Bezüge aus einer gewerblichen Tätigkeit erzielt werden. Oft handelt es sich um produktbewerbende Maßnahmen des Influencers. Diese sind regelmäßig als gewerbliche Einkünfte einzustufen. Viele erzielen zusätzlich mit tollen Fotos oder schriftstellerischen Werken Einnahmen. In diesem Fall liegt dann gegebenenfalls eine freiberufliche Tätigkeit vor.

    Wie geht es dann weiter?
    Mit dem Steuerberater sollte bereits beim Fragebogen zur steuerlichen Erfassung erörtert worden sein, mit welchem Gewinn man rechnet. Gewinn sind die Einnahmen aus Werbemaßnahmen in Geld sowie der geldwerte Vorteil von überlassenen Gegenständen und Reisen abzüglich der Ausgaben, die man im Zusammenhang mit der Influencer-Tätigkeit hat.

    Wenn die Einnahmen (nicht der Gewinn!) weniger als 22.000 Euro betragen, kann der Influencer als Vereinfachungsregel die sogenannte Kleinunternehmerregelung umsatzsteuerlich anwenden. Diese Regelung hat der Gesetzgeber explizit für kleine Unternehmer geschaffen, um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Die Kleinunternehmerregelung hat den Vorteil, dass keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen erstellt werden müssen, da auf die Einnahmen keine Umsatzsteuer abzuführen ist. Dann genügt es, im Rahmen der jährlich zu erstellenden Einkommensteuer-Erklärung seine Einkünfte zu ermitteln.

    Sind die Einnahmen allerdings mehr als 22.000 Euro, ist ab dem Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung eine monatliche Buchführung zu erstellen. Weiterhin sind jeden Monat Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt elektronisch zu übermitteln. Zu beachten ist jedoch, dass unabhängig von der Kleinunternehmerregelung immer mit Abschluss des Kalenderjahres eine Einkommensteuer-, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer-Erklärung beim Finanzamt eingereicht werden muss.

    Worin unterscheiden sich diese drei Steuerarten?

    Die Einkommensteuer und Gewerbesteuer sind sogenannte Ertragssteuerarten. Hier kommt es auf die Einkünfte, also den erzielten Gewinn an (Einnahmen minus Ausgaben). Bei kleinen Influencern genügt eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, um den Gewinn zu ermitteln. Bei umsatzstarken Influencern muss eine Bilanz für die Gewinnermittlung erstellt werden. In der Einkommensteuer-Erklärung und Gewerbesteuer-Erklärung sind somit der ermittelte Gewinn zu definieren. Gewerbesteuer fällt jedoch erst dann an, wenn der Gewinn höher als 24.500 Euro ist. Bei der Umsatzsteuer kommt es auf die Einnahmen (Geld und geldwerter Vorteil) an, auf welche gegebenenfalls Umsatzsteuer abgeführt werden muss. Gleichzeitig dürfen von den Ausgaben in diesem Fall die Vorsteuer-Beträge in Abzug gebracht werden.

    Wie bereits erwähnt, hat der Gesetzgeber für kleine Unternehmer die sog. Kleinunternehmerregelung geschaffen. Das heißt, Influencer, die nicht mehr als 22.000 Euro Einnahmen im gesamten Kalenderjahr erzielen, dürfen diese Vereinfachungsregel wählen. In diesem Fall müssen sie auf Ihre Einnahmen keine Umsatzsteuer abführen, dürfen gleichzeitig aber auch keine Vorsteuer für ihre Ausgaben geltend machen. Somit ist jährlich mit der Einkommen- und Gewerbesteuer-Erklärung eine Umsatzsteuer-Erklärung abzugeben. In dieser muss der Influencer seine Einnahmen nachweisen. Solange die Einnahmen die 22.000 Euro-Grenze nicht überschreiten, darf weiterhin die Kleinunternehmerregelung angewandt werden.

    Und wenn die 22.000 Euro-Grenze überschritten wird?

    Dann wird es deutlich komplizierter und aufwendiger. Wie bereits erwähnt, muss ab diesem Zeitpunkt eine monatliche Buchführung erstellt werden und es müssen monatlich Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt elektronisch übermittelt werden.

    Ist dies der Fall, ist aus den Einnahmen die Umsatzsteuer zu ermitteln. Gleichzeitig dürfen aus den Eingangsrechnungen die Vorsteuer-Beträge von der Umsatzsteuer abgezogen werden. Der verbleibende Betrag ist das Umsatzsteuer-Vorauszahlungs-Soll. Dieses ist entweder vom Influencer an das Finanzamt zu entrichten (Überschuss) oder das Finanzamt erstattet den Betrag (Guthaben).

    Was bedeutet das konkret?

    Wenn wir etwas einkaufen, bezahlen wir als Endverbraucher immer die Mehrwertsteuer mit. Kauft sich der Influencer zum Beispiel eine Vase für ein Foto oder einen neuen Laptop für seine Arbeit, bezahlt er, wie wir alle, auf den Artikel die Mehrwertsteuer. Da er den Gegenstand aber für sein Gewerbe benötigt, kann er die Mehrwertsteuer (im Fachjargon: Vorsteuer) mit der Umsatzsteuer auf seine Einnahmen verrechnen.

    Welche Belege muss der Influencer sammeln?

    Jeder Einnahmen- und Ausgabenbeleg muss für zehn Jahre aufbewahrt werden. Auf Anfrage des Finanzamts oder bei einer Betriebsprüfung müssen die Belege vorgehalten werden können. Dies ist in den GoBD (Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung) geregelt.

    Ab wann raten Sie die Hilfe von einem Steuerberater zu suchen? 

    Es handelt sich hier um ein sehr komplexes Thema. Daher sollte ein Influencer von Anfang an steuerlicher Rat einholen, wenn er sich mit der steuerlichen Materie nicht auskennt. Es passiert schnell, dass etwas schiefgeht und man falsche Entscheidungen trifft. Dies kann teuer werden. Vergisst man beispielsweise die Abgabe der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung, ist das Finanzamt berechtigt Verspätungszuschläge festzusetzten.  

    Was passiert, wenn man zum Beispiel seit sechs Monaten Einkommen generiert hat, aber noch kein Gewerbe angemeldet hat. Gibt es da schon eine Strafe?

    Es kommt darauf an. Möglicherweise setzt das Finanzamt für nicht eingereichte Umsatzsteuer-Voranmeldungen Verspätungszuschläge fest. Dies kann man natürlich auch als „Strafe“ ansehen. Solange man seine Einkünfte jedoch spätestens mit der Einkommensteuer-Erklärung vollumfänglich (von Anfang an) erklärt und eine Umsatzsteuer- sowie Gewerbesteuer-Erklärung abgibt, liegt aus aktueller Sicht des Gesetzgebers noch kein Tatbestand der Steuerhinterziehung vor.

    Welche Folgen entstehen, wenn ein Influencer viel zu spät oder gar kein Gewerbe anmeldet?

    Grundsätzlich besteht dann die Gefahr der Steuerhinterziehung. Seit ein paar Jahren (nach dem Fall Uli Hoeneß) ist der Gesetzgeber und somit das Finanzamt als Vertreter des Gesetzgebers im Sinne von Steuerhinterziehung sehr radikal. Bereits kleinste Delikte werden an die BuStra (Bußgeld und Strafsachenstelle) gemeldet. Um solche Delikte herauszufinden, ist das Finanzamt und die BuStra inzwischen auch in den sozialen Medien sehr aktiv. Steuerhinterziehung ist immer dann gegeben, wenn der Influencer seine Einkünfte gegenüber dem Finanzamt nicht erklärt und somit seine Steuern nicht entrichtet.

    Der entgangene Steuerbetrag ist der Steuerhinterziehungsbetrag und abhängig davon beläuft sich die Strafe für die Steuerhinterziehung. Es gibt sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen von mehreren Jahren, die in Betracht kommen. Auf Steuerhinterziehung steht in Deutschland eines der höchsten Strafmaße.

    Wie schätzen Sie die steuerrechtlichen Veränderungen für Influencer in den nächsten Jahren ein?

    Aktuell (Stand März 2020) ist das Thema – steuerlich gesehen - ja noch sehr in den Kinderschuhen. Ich glaube daher, dass sich hier in den nächsten Jahren viel entwickeln wird. Ich erwarte, dass insbesondere auch viele Urteile vor den Finanzgerichten und vom Bundesfinanzhof zu diesem Thema entschieden werden.
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    Social Media Einführung

    Warum sind soziale Netzwerke eigentlich so beliebt? Welche Plattformen sind am bekanntesten und wie unterscheiden sie sich? Social Media kurz erklärt!
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    Du bist ein Profi, wenn es um Facebook, YouTube, Instagram, Snapchat, Pinterest und Twitter geht? Im folgenden Quiz kannst du dein Wissen mit 12 Fragen auf die Probe stellen.

    Um die Antwort zu sehen, streife über die Frage und die Lösung erscheint.
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