Teaser
Influencer in Deutschland
Tina Rabus und Sofie Flurschütz blicken hinter die Kulissen des Influencer-Businesses.
Impressum
Ein herzliches Dankeschön an alle Influencer und Protagonisten, die uns bei unserem Projekt unterstützt haben.
Verantwortlicher im Sinne des §55 Abs. 2 Rundfunkstaatsvertrag:
Tina Rabus
Beyerberger Str. 14
91596 Burk
Praktischer Teil zur Bachelorarbeit an der Hochschule Ansbach, Studiengang Ressortjournalismus unter Betreuung von Prof. Dr. Martin Müller.
Musikrechte:
„Lights“, „Blue Ballon“, „Run Run“ gemafreie Musik
von www. frametraxx.de
Das perfekte Szenario
Foto-Safari in Kölnzu Besuch in einem Pop-Up Museum
Auf Jagd nach dem besten Motiv
"Ich höre oft Menschen, die sagen 'jetzt gibt es schon gezielt Orte, um Bilder zu machen' – so what? Es ist 2020, das ist Normalität!"
"Hollywood, Bling Bling, Neonfarben und viel Rosa: Themenräume werden ausgetauscht, wenn sie nicht gut ankommen."
Show your best
Herausforderungen
Traumberuf mit Schattenseiten?
(43.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Viele Menschen wissen nicht, wie viel Arbeit und Bürokratie hinter einem Account steckt."
(81.800 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
(52.800 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
(28.100 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
(11.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
(274.000 Abonnenten auf YouTube, Stand 19.04.2020)
(137.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
(769.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Sophie: “Meiner Meinung nach ist die größte Herausforderung, einen guten Grad zwischen Creator und Businesswoman zu finden. Oftmals vergisst man durch seine Leidenschaft für das Kreative, dass es ein 'teures Hobby' ist, wenn man keine Kooperationen annimmt, bzw. nicht hart genug handelt.”
(43.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Luisa: “Für mich ist die größte Herausforderung als Content Creator auf Instagram, jeden Tag auf's neue am Ball zu bleiben und aktiv zu sein. Man bekommt schnell das Gefühl, dass man nicht mehr angesagt ist, sobald man an einem Tag nicht genügend postet.
Viele Menschen wissen nicht, wie viel Arbeit und Bürokratie hinter einem Account steckt."
(81.800 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Daniel: “Für mich ist es eine Challenge, regelmäßig zu posten und ständig neue Looks zu kreieren, die individuell und kreativ sind.”
(52.800 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Maria: “Die wohl größte Herausforderung für mich als Bloggerin ist wohl, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. So geht es wahrscheinlich vielen berufstätigen Eltern. Wenn man viel auf Instragram unterwegs ist, läuft man Gefahr, den Blick für die Realität zu verlieren. dort gibt es einfach zu viele perfekte Bilder. Man muss sich bewusst machen, dass vieles davon nicht real ist. Zu sich selbst zu stehen und sich treu bleiben, ist sehr wichtig, finde ich.”
(28.100 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Katharina: “Ich finde, dass die größte Herausforderung die ist, dass es sehr viele gibt, die etwas ähnliches machen wollen. Der Markt ist einfach erschöpft. Um jetzt noch groß raus zu kommen, muss man aus der Masse herausstechen, was leider auch nicht einfach ist.”
(11.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Jonah: “Ich finde eine der größten Herausforderungen ist es, immer authentisch und man selbst zu bleiben. Zum einen ist es schwierig, wenn es um Produktplatzierungen und Zusammenarbeiten mit anderen Marken geht. Zum anderen ist es oft sehr verlockend Trends zu folgen, die man selber nicht wirklich cool findet, aber bei denen man weiß, dass sie zu einem Kanalwachstum führen würden. Viele Influencer verbiegen sich bei diesen Punkten aus verschiedenen Gründen. Für eine erfolgreiche Influencer Karriere ist es wichtig authentisch zu sein und eine coole und möglichst für viele Personen interessante Geschichte zu erzählen, die sich im Content wiederfindet.”
(274.000 Abonnenten auf YouTube, Stand 19.04.2020)
Roxanna: “Die größte Herausforderungen ist es, dass man Freundschaften trotz Social Media aufrecht erhält. Leider kommt oft sehr schnell der Faktor Neid ins Spiel, da jeder alles sehen kann, weshalb sehr viele Freundschaften zerbrechen. An diesem Punkt wird schnell klar, wer nun ein richtiger Freund oder nur ein Scheinfreund war. Viele können es nicht verstehen warum gerade „Du“ erfolgreich bist und dadurch entfremdet man sich sehr stark.”
(137.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Patrick: "Die größte Herausforderung ist, dass sich die meisten Blogger leider
viel zu günstig oder oft sogar nur für ein billiges Produkt verkaufen.
Dies hat eine Menge negative Auswirkungen für die gesamte Blogger-Szene z.B. zu viel Werbung auf Social Media, allgemeiner Preisverfall oder Marken sind nicht mehr bereit, gerechte reichweitenbasierte Vergütungen zu zahlen.
Ich nehme nur Kooperationen an, die ich selbst gut finde und habe, zum Beispiel bei jeder Werbung, ein genaues Konzept, ziehe oftmals noch
freie Mitarbeiter wie Fotografen oder Editoren hinzu."
(769.000 Abonnenten auf Instagram, Stand 19.04.2020)
Equipment
Ich packe meinen Kofferund nehme mit...
Zur Bildbearbeitung und Abwicklung der Korrespondenz verwenden Influencer meist einen Laptop.
Zum Drehen von längeren Videos ist ein Stativ sehr nützlich. Das gleiche gilt für Fotos, wenn es kein Selfie werden soll und keine zweite Person zur Hand gehen kann.
Das wichtigste Arbeitswerkzeug eines Influencers und ein absolutes Allroundtalent: das Smartphone. Ob Fotos, Videos oder Text, mit dem Handy produzieren Influencer immer und überall ihren Content.
Um immer den Überblick zu behalten, planen Influencer, wann und wo sie welchen Content veröffentlichen. Das ist vor allem wichtig für Kooperationen mit Firmen. Alternativ zu einem klassischen Buchkalender kann natürlich auch ein digitaler Planer verwendet werden. Es gibt sogar spezielle Apps, in denen Posts für die nächsten Tage und Wochen vorausgeplant werden können und die die Veröffentlichung zur festgelegten Uhrzeit für den Influencer übernehmen.
Im Laufe der Zeit sammeln sich sehr viele Videos und Fotos an. Damit diese nicht alle das Smartphone oder den Laptop blockieren, ist eine externe Festplatte von Vorteil.
Gerade unterwegs und bei intensiver Nutzung des Smartphones wird der Akku stark gefordert. Damit dem Influencer nicht der Strom ausgeht und er weiterhin mit der Community kommunizieren kann, dürfen Akkupacks im Gepäck nicht fehlen.
Einen schlechten Ton verzeihen die Follower seltener als ein schlechtes Bild. Deshalb sollte die Tonqualität niemals unterschätzt werden. Die Aufnahme gelingt mit einem Handmikrofon, Ansteckmikrofon oder aber auch mit dem Mikro an den Kopfhörern fürs Handy. Welche Art der Influencer wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: z.B. Format, Plattform, Budget, benötigte Flexibilität, etc.
Um das Smartphone stabil und einfach auf dem Stativ befestigen zu können, ist eine entsprechende Halterung praktisch.
Mit einem Aufnahmegerät kann der Influencer die Tonspur getrennt aufnehmen.
Influencer, die ein Aufnahmegerät nutzen, sollten stets an ausreichend Akkus oder Batterien denken.
Nichts ist ärgerlicher, als wenn das ganze Set aufgebaut ist und dann fehlt die SD-Karte oder der Speicherplatz reicht nicht aus. Deshalb: Immer ausreichend Speicherkarten einpacken.
Ein XLR-Kabel braucht der Influencer, wenn er ein Aufnahmegerät mit Mikro nutzt oder er das Mikro an der Kamera einstecken möchte. Gegebenenfalls benötigt der Inflluencer zusätzlich einen Adapter, um das XLR-Kabel in der Kamera einstecken zu können.
Der Selfie-Stab funktioniert wie ein kleines Stativ. Der Stab verlängert den Arm des Influencers. Mit ihm lassen sich Fotos anfertigen, aber auch Videos drehen. Bei Videos hat der Selfie-Stab außerdem die positive Eigenschaft, dass er die Bewegungen, zum Beispiel beim Laufen, ausgleicht und das Bild weniger verwackelt.
Den Windschutz benötigt der Influencer, wenn er mit einem externen Mikrofon arbeitet.
Ein Objektiv mit langer Brennweite nutzen vor allem Influencer, die sich auf Natur-, Astro- und/oder Sportfotografie spezialisiert haben.
Für den Dreh von längeren Videos, zum Beispiel auf YouTube, verwenden Influencer eine System- oder Spiegelreflexkamera. Manche nutzen dafür auch das Smartphone, aber je nach Einsatzgebiet kann das schnell an seine Grenzen kommen.
Zusätzliche Objektive sind kein Muss, aber erweitern den Spielraum und die Umsetzungsmöglichkeiten.
Auswertung
Die Medien-Analyse
Welcher Influencer spielt in der Berichterstattung die größte Rolle?
Hat die Berichterstattung über Influencer zugenommen?
Welche Probleme behandelten die Artikel über Influencer?
Ist Influencer ein Beruf?
Deutsche Medien und Influencer
Michael Moorstedt, 16.01.2017
Auch in Deutschland gibt es Influencer, die viel Geld damit verdienen, dass sie anderer Leute Geschmack, Meinung oder Kaufverhalten beeinflussen.
Jenni Thier, 03.06.2017
Titus Arnu, 24.03.2017
Daur ist eine sogenannte Influencerin. So werden Menschen genannt, die auf Youtube, Facebook oder Instagram mehr als 15000 Anhänger haben. Influencer prägen Meinungen und Moden. Und, noch viel wichtiger: Sie beeinflussen Kaufentscheidungen.
Julia Löhr, 03.09.2017
Barbara Vorsamer, 12.05.2018
So manche Influencerin wie die Youtuberin Bianca Heinicke ("Bibi") oder die Rundumvermarkterin Kim Kardashian ist nämlich schon selbst zu einer Marke geworden - in einem Ausmaß, wie das frühere Werbeträger wie Schauspieler, Musiker oder Models gar nicht hinbekamen. Denn Instagram-Stars sind Verkäufer, Firmengründer, Markenmanager, Werbegesicht und Kleiderständer in einer Person.
Alfons Kaiser, 09.02.2018
Angelika Slavik, 28.05.2018
Wer glaubt, der typische Arbeitstag eines Influencers bestehe darin, ein Bilderbuchleben zu führen und dafür viel Geld zu bekommen, irre sich aber, so die Expertin Löschke. "Eine ernsthafte Karriere auf diesem Feld ist ein Fulltime-Job, und dazu ein harter."
Constanze Ehrhardt, 06.12.2018
Lea Hampel und Sven Lüüs, 23.02.2019
Auch wenn die Mädchen erfolgreich sind, bezeichnen sie ihre Tätigkeit oft noch als Hobby. Sie sagen nicht: "Hey, das ist mein Beruf." Dabei sind das ja unglaubliche Geschäftsfrauen. Eine Influencerin, die extrem erfolgreich ist, und mit ihrer Mutter gemeinsam alles selbst managt, erzählte mir, sie wollte auch mal zeigen, dass sie nicht nur bei luxuriösen Shows ist. Sondern dass das auch viel Arbeit ist. Und sie sitzt auf dem Bild vor einem Berg aus Rechnungen.
Johanna Dürrholz, 01.02.2019
Kooperationen
Kampagnen zwischen Unternehmen und Influencern
Recht
Was Influencer beachten müssen Gefahr der Steuerhinterziehung Im Interview erklärt die Steuerberaterin Nadja Weiß, worauf es bei der Gewerbeanmeldung ankommt und welche Steuern Influencer zahlen müssen.
Was Influencer beachten müssen Gefahr der Steuerhinterziehung Im Interview erklärt die Steuerberaterin Nadja Weiß, worauf es bei der Gewerbeanmeldung ankommt und welche Steuern Influencer zahlen müssen.
Diese Frage beantwortet sich grundsätzlich aus dem Einkommensteuergesetz. Im § 15 Abs. 2 EStG ist geregelt, dass eine Tätigkeit selbstständig sein muss. Das ist meist dann der Fall, wenn eigenverantwortliches Handeln und keine Weisungsgebundenheit vorliegen. Zudem muss die Tätigkeit dauerhaft ausgerichtet sein und der Influencer eine Gewinnerzielungsabsicht haben.
Er möchte also mit seiner Beschäftigung Geld verdienen.
Weitere Kriterien sind, dass er am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt, also für Dritte erkennbar Leistungen gegen Entgelt anbietet, und keine Einkünfte anderer Art (z. B. aus freiberuflicher Tätigkeit) gemäß EStG erzielt. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass bereits ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Influencer kostenlos Waren zugeschickt bekommt und diese nach der Produktvorstellung behalten darf, eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt und ein Gewerbe anzumelden ist. Möglicherweise entstehen bereits Einkünfte, die auch versteuert werden müssen.
Es gilt dann zu prüfen, ob es sich um eine nicht steuerpflichtige Liebhaberei handelt oder ob eine Gewinnerzielungsabsicht dahintersteht. Eine Liebhaberei ist regelmäßig dann gegeben, wenn man mit seiner Tätigkeit immer Verluste erzielt.
Kostenlose Produkte zählen also als Einkommen. Gibt es eine Einkommensgrenze, für die keine Gewerbeanmeldung nötig ist?
Liegen die oben genannten Kriterien eines Gewerbebetriebs im Sinne des EStG vor, muss ab dem ersten Euro oder ab dem Zeitpunkt, ab dem man kostenlose Produkte erhält (sog. Geldwerter Vorteil) ein Gewerbe angemeldet werden. Alle weiteren Schritte, sollte der Influencer gemeinsam mit einem Steuerberater ergründen. Meistens ist es schließlich so, dass Influencer dann laufend mit Unternehmen in Kontakt treten und die Tätigkeit dauerhaft ausgelegt ist. Eine Einkommensgrenze, ab wann eine Gewerbeanmeldung nötig ist, gibt es also nicht.
Wie muss man vorgehen, wenn der Wert der Gegenstände oder von Reisen nicht bekannt ist?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man bei den Herstellern oder Reiseveranstaltern nachfragen. Von diesen erhält man ggf. eine Bestätigung, auf welcher Höhe sich der geldwerte Vorteil beläuft. Das ist für den Influencer die beste und einfachste Variante. Zweite Möglichkeit wäre der Vergleich von entsprechenden Produktpreisen im Internet zum Beispiel über eine Preis-Vergleichs-Suchmaschine. Wichtig ist, dass es immer die gleichen Parameter des Produkts sein müssen. Hier gilt das günstigste Angebot, also der Marktpreis, der um übliche Preisnachlässe gemindert wurde als geldwerter Vorteil. Auf jeden Fall sollte man die Recherche dokumentieren und für seine Unterlagen als Nachweis für das Finanzamt ausdrucken.
Wie sieht es bei Micro- oder Nano-Influencern aus, die auf das zu bewerbende Produkt 70 % Rabatt bekommen, den Artikel aber selbst erwerben?
Ich würde das dann erst mal als Nachlass ansehen. Das ist letztendlich nichts anderes als eine Werbemaßnahme des Unternehmens, das am Wochenende Prospekte herausgibt, um die eigenen Produkte zu verkaufen. Sie bekommen es eben vergünstigt im Angebot. Solange der Influencer aufgrund der Präsentierung des Produktes keine Einnahmen erhält, liegt hier meines Erachtens im ersten Schritt eine nicht steuerpflichtige Liebhaberei vor. Eine Beratung durch einen Steuerberater kann sinnvoll sein.
Welche steuerlichen Folgen hat die Gewerbeanmeldung?
Nach der Gewerbeanmeldung auf der Stadt- oder Gemeindeverwaltung, wird das Finanzamt automatisch informiert. Im Anschluss sendet das Finanzamt den sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an den Influencer. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte sich ein Influencer steuerlichen Rat einholen. Hier ist nochmals wichtig zu prüfen, ob alle Bezüge aus einer gewerblichen Tätigkeit erzielt werden. Oft handelt es sich um produktbewerbende Maßnahmen des Influencers. Diese sind regelmäßig als gewerbliche Einkünfte einzustufen. Viele erzielen zusätzlich mit tollen Fotos oder schriftstellerischen Werken Einnahmen. In diesem Fall liegt dann gegebenenfalls eine freiberufliche Tätigkeit vor.
Wie geht es dann weiter?
Mit dem Steuerberater sollte bereits beim Fragebogen zur steuerlichen Erfassung erörtert worden sein, mit welchem Gewinn man rechnet. Gewinn sind die Einnahmen aus Werbemaßnahmen in Geld sowie der geldwerte Vorteil von überlassenen Gegenständen und Reisen abzüglich der Ausgaben, die man im Zusammenhang mit der Influencer-Tätigkeit hat.
Wenn die Einnahmen (nicht der Gewinn!) weniger als 22.000 Euro betragen, kann der Influencer als Vereinfachungsregel die sogenannte Kleinunternehmerregelung umsatzsteuerlich anwenden. Diese Regelung hat der Gesetzgeber explizit für kleine Unternehmer geschaffen, um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Die Kleinunternehmerregelung hat den Vorteil, dass keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen erstellt werden müssen, da auf die Einnahmen keine Umsatzsteuer abzuführen ist. Dann genügt es, im Rahmen der jährlich zu erstellenden Einkommensteuer-Erklärung seine Einkünfte zu ermitteln.
Sind die Einnahmen allerdings mehr als 22.000 Euro, ist ab dem Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung eine monatliche Buchführung zu erstellen. Weiterhin sind jeden Monat Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt elektronisch zu übermitteln. Zu beachten ist jedoch, dass unabhängig von der Kleinunternehmerregelung immer mit Abschluss des Kalenderjahres eine Einkommensteuer-, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer-Erklärung beim Finanzamt eingereicht werden muss.
Worin unterscheiden sich diese drei Steuerarten?
Die Einkommensteuer und Gewerbesteuer sind sogenannte Ertragssteuerarten. Hier kommt es auf die Einkünfte, also den erzielten Gewinn an (Einnahmen minus Ausgaben). Bei kleinen Influencern genügt eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, um den Gewinn zu ermitteln. Bei umsatzstarken Influencern muss eine Bilanz für die Gewinnermittlung erstellt werden. In der Einkommensteuer-Erklärung und Gewerbesteuer-Erklärung sind somit der ermittelte Gewinn zu definieren. Gewerbesteuer fällt jedoch erst dann an, wenn der Gewinn höher als 24.500 Euro ist. Bei der Umsatzsteuer kommt es auf die Einnahmen (Geld und geldwerter Vorteil) an, auf welche gegebenenfalls Umsatzsteuer abgeführt werden muss. Gleichzeitig dürfen von den Ausgaben in diesem Fall die Vorsteuer-Beträge in Abzug gebracht werden.
Wie bereits erwähnt, hat der Gesetzgeber für kleine Unternehmer die sog. Kleinunternehmerregelung geschaffen. Das heißt, Influencer, die nicht mehr als 22.000 Euro Einnahmen im gesamten Kalenderjahr erzielen, dürfen diese Vereinfachungsregel wählen. In diesem Fall müssen sie auf Ihre Einnahmen keine Umsatzsteuer abführen, dürfen gleichzeitig aber auch keine Vorsteuer für ihre Ausgaben geltend machen. Somit ist jährlich mit der Einkommen- und Gewerbesteuer-Erklärung eine Umsatzsteuer-Erklärung abzugeben. In dieser muss der Influencer seine Einnahmen nachweisen. Solange die Einnahmen die 22.000 Euro-Grenze nicht überschreiten, darf weiterhin die Kleinunternehmerregelung angewandt werden.
Und wenn die 22.000 Euro-Grenze überschritten wird?
Dann wird es deutlich komplizierter und aufwendiger. Wie bereits erwähnt, muss ab diesem Zeitpunkt eine monatliche Buchführung erstellt werden und es müssen monatlich Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt elektronisch übermittelt werden.
Ist dies der Fall, ist aus den Einnahmen die Umsatzsteuer zu ermitteln. Gleichzeitig dürfen aus den Eingangsrechnungen die Vorsteuer-Beträge von der Umsatzsteuer abgezogen werden. Der verbleibende Betrag ist das Umsatzsteuer-Vorauszahlungs-Soll. Dieses ist entweder vom Influencer an das Finanzamt zu entrichten (Überschuss) oder das Finanzamt erstattet den Betrag (Guthaben).
Was bedeutet das konkret?
Wenn wir etwas einkaufen, bezahlen wir als Endverbraucher immer die Mehrwertsteuer mit. Kauft sich der Influencer zum Beispiel eine Vase für ein Foto oder einen neuen Laptop für seine Arbeit, bezahlt er, wie wir alle, auf den Artikel die Mehrwertsteuer. Da er den Gegenstand aber für sein Gewerbe benötigt, kann er die Mehrwertsteuer (im Fachjargon: Vorsteuer) mit der Umsatzsteuer auf seine Einnahmen verrechnen.
Welche Belege muss der Influencer sammeln?
Jeder Einnahmen- und Ausgabenbeleg muss für zehn Jahre aufbewahrt werden. Auf Anfrage des Finanzamts oder bei einer Betriebsprüfung müssen die Belege vorgehalten werden können. Dies ist in den GoBD (Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung) geregelt.
Ab wann raten Sie die Hilfe von einem Steuerberater zu suchen?
Es handelt sich hier um ein sehr komplexes Thema. Daher sollte ein Influencer von Anfang an steuerlicher Rat einholen, wenn er sich mit der steuerlichen Materie nicht auskennt. Es passiert schnell, dass etwas schiefgeht und man falsche Entscheidungen trifft. Dies kann teuer werden. Vergisst man beispielsweise die Abgabe der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung, ist das Finanzamt berechtigt Verspätungszuschläge festzusetzten.
Was passiert, wenn man zum Beispiel seit sechs Monaten Einkommen generiert hat, aber noch kein Gewerbe angemeldet hat. Gibt es da schon eine Strafe?
Es kommt darauf an. Möglicherweise setzt das Finanzamt für nicht eingereichte Umsatzsteuer-Voranmeldungen Verspätungszuschläge fest. Dies kann man natürlich auch als „Strafe“ ansehen. Solange man seine Einkünfte jedoch spätestens mit der Einkommensteuer-Erklärung vollumfänglich (von Anfang an) erklärt und eine Umsatzsteuer- sowie Gewerbesteuer-Erklärung abgibt, liegt aus aktueller Sicht des Gesetzgebers noch kein Tatbestand der Steuerhinterziehung vor.
Welche Folgen entstehen, wenn ein Influencer viel zu spät oder gar kein Gewerbe anmeldet?
Grundsätzlich besteht dann die Gefahr der Steuerhinterziehung. Seit ein paar Jahren (nach dem Fall Uli Hoeneß) ist der Gesetzgeber und somit das Finanzamt als Vertreter des Gesetzgebers im Sinne von Steuerhinterziehung sehr radikal. Bereits kleinste Delikte werden an die BuStra (Bußgeld und Strafsachenstelle) gemeldet. Um solche Delikte herauszufinden, ist das Finanzamt und die BuStra inzwischen auch in den sozialen Medien sehr aktiv. Steuerhinterziehung ist immer dann gegeben, wenn der Influencer seine Einkünfte gegenüber dem Finanzamt nicht erklärt und somit seine Steuern nicht entrichtet.
Der entgangene Steuerbetrag ist der Steuerhinterziehungsbetrag und abhängig davon beläuft sich die Strafe für die Steuerhinterziehung. Es gibt sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen von mehreren Jahren, die in Betracht kommen. Auf Steuerhinterziehung steht in Deutschland eines der höchsten Strafmaße.
Wie schätzen Sie die steuerrechtlichen Veränderungen für Influencer in den nächsten Jahren ein?
Aktuell (Stand März 2020) ist das Thema – steuerlich gesehen - ja noch sehr in den Kinderschuhen. Ich glaube daher, dass sich hier in den nächsten Jahren viel entwickeln wird. Ich erwarte, dass insbesondere auch viele Urteile vor den Finanzgerichten und vom Bundesfinanzhof zu diesem Thema entschieden werden.
Social Media Einführung
#kurzerklärt
Das Quiz rund um Social Media und Influencer
Um die Antwort zu sehen, streife über die Frage und die Lösung erscheint.